Wandertipp: Aussichten über Oybin

Derzeit ist das Zittauer Gebirge ja vom Hochwasser mächtig in Mitleidenschaft gezogen. Aber was die Leute dort erst recht nicht gebrauchen können, sind ausbleibende Touristen. Deshalb - und weil ich es eh versprochen hatte - hier ein Wandertipp: Aussichten über Oybin.


Start und Ziel: Der große Parkplatz in der Ortsmitte von Oybin

Länge: 5 Kilometer

Geeignet für Kinder ab: 5 Jahren

Schwierigkeit: Ein langer und steiler Aufstieg, ein ebensolcher Abstieg

Wege: Waldwege und -pfade, ein paar Treppen, am Anfang und am Ende bequemer Fußweg parallel zur Eisenbahn

Speis und Trank: Gaststätten in Oybin, sonst nix

Das sind wirklich nur ein paar Kilometer auf dieser Tour, aber dank eines scheinbar nicht enden wollenden Aufstieges werden die uns dennoch nett in den Knochen stecken. Also: den großen Parkplatz verlassen wir nach rechts, in Richtung Bahnhof. Am Bahnhof beginnt denn auch die Markierung “Blauer Strich”, der wir jetzt eine ganze Weile folgen. Der Weg ist hier eher ein Fußweg denn ein Wanderweg und verläuft schnurgerade immer parallel zu den Gleisen der Kleinbahn. Kurz bevor die nervige Nölerei beginnt (”Langweilig! Ich will hochklettern! Wie lange geht das denn noch?”) erreichen wir das Wirtshaus “Teufelsmühle”. Hier kann ja mal ein kleiner Gag mit dem Gehörnten folgen. An der Teufelsmühle zumindest verlassen wir den blaustrichigen Weg und müssen jetzt leider ein paar Meter - es sind allerhöchstens derer hundert - auf der Straße gehen. Unser weiteren Ziele liegen alle auf der Höhe links von uns.

Und an einer Stelle, da steht auch eine kleine Gedenktafel am Straßenrand, verläuft ein scheinbar recht breiter Weg links in den Wald hinein. Sieht verführerisch aus. Aber Achtung: nicht da langgehen, der Weg wird erst zu einem Pfad und verliert sich dann ganz in der Landschaft. Ich bin da rumgekrochen und schließlich unter einigen Flüchen und von Dornenzeugs zerkratzt wieder auf der Straße gelandet.

hier-nicht.jpg Hier nicht abbiegen - der Weg führt ins Nichts.

Also: noch ein Stück weiter auf der Straße, dann links auf den Fußweg. Und von dem zweigt schließlich ein breiter Waldweg ab, der mit einem Gelben Punkt  markiert ist. Das ist der richtige Weg. Und eben jener wird recht schnell zu einem Pfad und beginnt knackig anzusteigen. Was er noch eine ganze Weile tun wird. Damit wir aber nicht nur keuchend aufwärts traben, sondern zwischendurch immer mal einen Grund zum Verschnaufen haben, führt der Pfad gleich an einem ganzen Sack voll toller Aussichten vorbei. Die sind freundlicherweise auch alle mit Schildern gekennzeichnet, so dass wir auch nicht vorbeilaufen können.

steiler-aufstieg.jpg  Steil steigt der Pfad an.

Die erste dieser Aussichten ist der “Einsiedler”, hier atmen wir erst mal durch und genießen die Landschaft. Wieder Luft? Prima, denn schon ein paar Meter weiter den Pfad entlang kommen wir zum “Robertfelsen”. Und was erspäht unser sowie des Nachwuchs’ Adlerauge da? Genau: Eisenklammern, auf denen man den Fels besteigen kann. Es sind derer 18 Stück, und der Aufstieg ist, so denn der Nachwuchs einigermaßen fit ist, problemlos zu schaffen. Runter zu wird es dann erfahrungsgemäß immer ein wenig schwerer. Da geht Papa vorweg, und das Kind folgt dicht hinterher. Falls es dann nämlich doch mal abrutscht, ist Papas Bauch als Airbagersatz dazwischen.

robertfelsen.jpg  Eisenklammern am Robertfelsen.

OK, Abenteuer geschafft. Oder vielleicht auch nicht, schließlich wird hier niemand bestraft, der solchen Klammern einen gewissen Respekt entgegen bringt und die Kletterei einfach auslässt. Der Pfad zumindest führt weiter stur und steil bergan und bringt uns zur nächsten Aussicht: dem “Götzenstein”. Tatsächlich erklärt hier eine Tafel, dass an jenem Orte früher heidnischen Ritualen gefrönt wurde. Papas: widersteht hier der Versuchung, Mama wird nicht geopfert! Statt dessen schnaufen wir erst mal wieder durch und suchen im Rucksack nach Gummibären. Einen solchen können wir dann gern dem Gott der Naschkatzen opfern.

goetzenstein.jpg  Am Götzenstein wird heute mal niemand geopfert.

Aber die Schnauferei aufwärts ist immer noch nicht zu Ende, unser nächstes Ziel, immer noch dem Gelben Punkt  nach, ist die Felsenstadt. Die ist ein Gewirr einzeln stehender Felsen, zwischen denen man prächtig herumturnen kann. Als Krönung des Ganzen steht dann, an einer Stange befestigt, sogar ein Gipfelbuch zwischen den Felsen. Da wird mit stolz geschwellter Brust flugs eine Eintragung vorgenommen.

gipfelbuch.jpg  Stolzer Eintrag ins Gipfelbuch.

Und jetzt mal eine gute Nachricht: ab jetzt geht es nur noch abwärts. Mit uns und mit dem Weg auch. Doch ehe es richtig runter geht, kommen wir zur letzten Aussicht für heute. Die heißt “Bastei” und bietet einen spektakulären Blick auf die Burgruine von Oybin. Man guckt sozusagen “von Hinten” auf den Burgberg, was mal eine ganz neue Perspektive ist.

blick-bastei.jpg  Blick von der Bastei auf den Burgberg. 

Danach geht es recht steil weiter abwärts, ehe wir an eine größere Kreuzung kommen. An der folgen wir, leicht links, dem Grünen Strich. Der bringt uns jetzt, auf einem breiten aber immer noch steilen Weg, zurück nach Oybin. Wo wir dann sicher erst mal einkehren werden.

karteoybin.jpg  Das Ganze kurz als Kartenskizze.

Und hier noch mal alles schön geordnet als PDF zum Ausdrucken. Viel Spaß beim Wandern.

Antwort schreiben